69 Vereine aus Wien und 125 aus den Kronländern entsenden insgesamt 270 Delegierte.
Die "Freien Gewerkschaften", die mehr als zwei Drittel der organisierten Arbeitnehmer umfassen, zählen 1896 bereits etwa 133.000 Mitglieder, davon 5.000 Frauen. Die einzelnen Berufsgruppen sind unterschiedlich stark organisiert, die besten Organisationsstrukturen weisen Buchdrucker, Lithographen und Bauarbeiter auf.
Ab 1900 organisieren die Gewerkschaften zur Durchsetzung ihrer Forderung nach Verkürzung der Arbeitszeit mehrere große Streiks und schließen zunehmend Kollektivverträge (ohne gesetzliche Basis) ab, ihr Einfluss auf die Wirtschaftspolitik bleibt jedoch gering. Der Ausnahmezustand während des Ersten Weltkriegs erschwert die Tätigkeit der Gewerkschaften erheblich.
Nach dem Zusammenbruch der Monarchie erlebt die Gewerkschaftsbewegung allerdings einen gewaltigen Auftrieb: 1921 gibt es bereits 1,1 Millionen Mitglieder. |