Österreich ist damit nach Finnland (1906), Norwegen (1913) und Dänemark (1915), und etwa zeitgleich mit Deutschland (30.11.1918), aber lange vor "alten Demokratien" wie Groß- britannien (1928) oder Frankreich (1946!) eines der ersten Länder Europas, das den Frauen das aktive und passive Wahl- recht auf nationaler Ebene gewährt.
Bei den Wahlen zur Konstituierenden Nationalversammlung – den ersten allgemeinen, freien und demokratischen Wahlen in Österreich – am 16. Februar 1919 können die Frauen von ihrem neuen Recht erstmals Gebrauch machen. Die Sozialdemokraten werden mit 1,2 Millionen Stimmen und 72 Mandaten stärkste Partei, etwa 5% vor den Christlichsozialen.
Die provisorische Regierung Renner tritt am 3. März zurück. Karl Seitz wird Erster Präsident der neuen Nationalversammlung und damit auch erstes Staatsoberhaupt der Republik. Renner bildet eine Koalitionsregierung mit den Christlichsozialen. Otto Bauer übernimmt das Außenamt, Ferdinand Hanusch die Soziale Verwaltung, Julius Deutsch das Heereswesen. |