Nachdem die Demonstranten in der Nähe des Parlaments einen kleinen Trupp Polizisten verjagt haben, lässt Polizeipräsident Schober berittene Polizei mit blanken Säbeln gegen die Arbeiter vorgehen. Nun stürmt die aufgebrachte Menge den Justizpalast; Aktenberge werden in Brand gesetzt und bald schlagen Flammen aus dem Gebäude. Eine Polizei- wache und das Redaktionsgebäude der christlichsozialen "Reichspost" gehen ebenfalls in Flammen auf. Nun eröffnen 600 bewaffnete Poli- zisten das Feuer auf die Menge.
Zurück bleiben 89 Tote, darunter fünf Angehörige der Exekutive; mehr als 600 Personen werden schwer, mehr als tausend leicht verletzt.
Die Arbeiter protestieren gegen dieses Gemetzel mit einem eintägigen Generalstreik, die Eisenbahner streiken zwei Tage lang – ohne Erfolg. Im Parlament erklärt Bundeskanzler Ignaz Seipel: Verlangen Sie nichts vom Parlament und von der Regierung, was den Schuldigen gegenüber milde erscheint. |